Factoring finanziert Wachstum

Kölner Personaldienstleister sichert seit Mai 2018 seine Liquidität extern

Dank Factoring finanziert das Kölner Personaldienstleitungsunternehmen seit Mai 2018 ihr Wachstum. Ende April hatte A. Lersch den 2009 gegründeten Personaldienstleister übernommen, der im Rheinland auf Korrosionsschutz im Handwerk spezialisiert ist. Bereits Tage später machte er das Unternehmen, das mit drei Vermittlern bis zu 40 Zeitarbeiter koordiniert, liquider, in dem er seine Rechnungen an den Factorer Nürnberger Leasing verkauft.

„Die erstatten 80 Prozent der Rechnung binnen Stunden und den Rest abzüglich Zinsen, wenn mein Kunde die Rechnung beglichen hat,“ sagt Lersch. Das dauert im Schnitt 25 Tage, im Einzelfall aber auch zwei Monate. Seit er Factoring mache, sei Liquidität kein Thema mehr. Die Folge: Sein Stresspegel sinkt; sein Büro spart Zeit, säumige Zahler zu mahnen und er kann rascher neue Zeitarbeiter mit Potential rekrutieren. 

Knapp 50 Betriebe aus den Gewerken Maler, Elektro, Heizung sind aktuell Lerschs Kunden. Sie alle verbindet, dass sie Fachkräfte und Fachhelfer aus dem Bereich Korrosionsschutz benötigen, die ihnen UK Personaldienste bis zu neun Monate überlässt. Der Grund: Die gesetzliche Höchstüberlassung in der Zeitarbeit beläuft sich auf 18 Monate, doch nach neun Monaten muss der Kunde den Zeitarbeiter wie eigene Mitarbeiter entlohnen. Das hat zur Folge, dass meist ein neuer Zeitarbeiter geschickt wird.
„Manche Arbeitnehmer sind seit 2011 bei uns, weil sie die Abwechslung lieben,“ sagt Lersch, der 2018 den Umsatz um 15 Prozent gesteigert hat. 2019 könnte der Betrieb um ein Viertel wachsen, wenn er das erforderliche Personal findet. Von zehn Bewerbern kommt es bei einem zur Festanstellung. Bei den anderen scheitert die Beschäftigung an Motivation, Sprache, gesundheitlichen Einschränkungen oder den Gehaltsvorstellungen.

Lersch beschreibt sich als „sozialen Typen“, der in seine Bewerber investiert, sie oft am ersten Tag zum Kunden begleitet und dort einführt oder auch mal einen Vorschuss gewährt, wenn Mitarbeiter mit der Miete in Verzug sind. Vermutlich sind es diese Eigenschaften, die den gelernten Kfz-Mechaniker, der seit 2003 in der Mitarbeiterüberlassung als Disponent und Niederlassungsleiter gearbeitet hat, erfolgreich machen. „Reich wird man in der Branche ohnehin nicht, aber Freude soll mir die Arbeit bereiten,“ sagt der Familienvater.

An der Zusammenarbeit mit der Nürnberger Leasing hat der 46 jährige große Freude. Der Draht zu seiner Betreuerin Adelheid Wolf sei kurz und vertrauensvoll. So sei sein Limit bereits nach Monaten um ein Drittel erweitert worden und soll zum 1. Juli nochmals steigen, weil er mit einem Kunden, der bis zu zehn Leiharbeiter nimmt, im Gegenzug 60 Tage Zahlungsziel vereinbart hat. Die Finanziererin habe sein Business verstanden und vertraue ihm. „Das ist ein Geben und Nehmen“, sagt der Kölner, der bislang keine Ausfälle hatte und nur Verträge macht, die versichert sind. Über den Versicherer war er auch mit Wolf zusammengekommen, die ihm „wärmsten empfohlen“ worden sei. Und seit diese zu Jahresbeginn zur Nürnberger Leasing gewechselt ist, hätten sich auch deren Spielräume erweitert und die Prozesse beschleunigt.

Autor: Leo Fromm